Geld­an­lage: der ver­ständ­li­che Über­blick

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Finanzhaus: Grafik zum Thema Geldanlage
Geld­an­lage mit Plan: erst Ziel, Ren­dite und Kos­ten, dann das Pro­dukt.

Geld­an­lage klingt kom­pli­ziert, folgt aber weni­gen Prin­zi­pien. Wer sie ver­steht, trifft ruhi­gere Entscheidungen und braucht keine hei­ßen Tipps. Ent­schei­dend ist nicht, das eine beste Pro­dukt zu fin­den, son­dern die Anlage zum eige­nen Ziel und Zeit­ho­ri­zont pas­send zu wäh­len.

Was Geld­an­lage leis­ten soll

Am Anfang steht nicht das Pro­dukt, son­dern die Frage: Wofür ist das Geld da? Eine Rück­lage für Unvor­her­ge­se­he­nes hat eine andere Auf­gabe als Kapi­tal, das über zwan­zig Jahre wach­sen soll. Erst wenn Ziel und Zeit­raum klar sind, lässt sich sagen, wel­che Anlage passt. Diese Rei­hen­folge erspart die meis­ten Feh­ler.

Ren­dite, Risiko und Ver­füg­bar­keit

Jede Anlage bewegt sich zwi­schen drei Grö­ßen: der Ren­di­te­chance, dem Risiko (also der Schwan­kung) und der Ver­füg­bar­keit des Gel­des. Diese drei hän­gen zusam­men. Wer hohe Sicher­heit und jeder­zei­tige Ver­füg­bar­keit will, bekommt wenig Ren­dite. Wer höhere Ren­di­te­chan­cen nut­zen möchte, muss Schwan­kun­gen aus­hal­ten und Zeit mit­brin­gen. Ein Ange­bot, das alles gleich­zei­tig ver­spricht, sollte miss­trau­isch machen.

Für wel­ches Ziel wel­che Anlage

Kurz­fris­tig gebrauch­tes Geld gehört auf Tages­geld oder Fest­geld, nicht in schwan­kende Anla­gen. Für lang­fris­tige Ziele ab etwa zehn bis fünf­zehn Jah­ren ist ein breit gestreu­tes Akti­en­port­fo­lio, etwa über kos­ten­güns­tige ETF, meist das ren­di­te­stärkste Werk­zeug. Dazwi­schen lie­gen Misch­for­men. Was tat­säch­lich sicher ist und was nur sicher wirkt, klärt der Rat­ge­ber zur siche­ren Geld­an­lage.

Kos­ten sind Ren­dite

Über lange Zeit­räume macht ein Pro­zent­punkt lau­fende Kos­ten einen erheb­li­chen Unter­schied im End­ver­mö­gen. Des­halb lohnt der Blick auf die Gesamt­kos­ten aus Pro­dukt, Depot und Bera­tung, nicht nur auf die ver­spro­chene Ren­dite. Güns­tig ist kein Selbst­zweck, aber teuer muss sich rech­nen las­sen.

Das rät Ihnen Gun­ther

Fan­gen Sie nicht beim Pro­dukt an, son­dern beim Ziel. Tren­nen Sie kurz­fris­tig gebrauch­tes Geld von lang­fris­ti­gem Kapi­tal, streuen Sie breit statt zu wet­ten, und ach­ten Sie auf die Kos­ten. Wenn Sie mögen, ord­nen wir Ihre Mög­lich­kei­ten gemein­sam ein, anbie­ter­über­grei­fend. Mehr dazu unter Ver­mö­gen und Anlage.

Häu­fige Fra­gen

Kapi­tal­erträge wie Zin­sen, Divi­den­den und Kurs­ge­winne unter­lie­gen in Deutsch­land der Abgel­tung­s­teuer, die die Bank in der Regel direkt ein­be­hält. Mit einem Frei­stel­lungs­auf­trag bei Ihrer Bank bleibt ein Teil der Erträge steu­er­frei. Das ist eine all­ge­meine Ein­ord­nung und keine Steu­er­be­ra­tung; wie sich Ihr Fall kon­kret aus­wirkt, klärt Ihr Steu­er­be­ra­ter.

Bei­des ist sinn­voll, es hängt davon ab, woher das Geld kommt. Wer regel­mä­ßig aus dem Ein­kom­men spart, nutzt einen Spar­planRegel­mä­ßige, meist monat­li­che Ein­zah­lung in einen Fonds oder ETF. Nutzt Zeit und Zin­ses­zins und glät­tet Kauf­kurse über die Jahre. und ver­teilt den Ein­stieg auto­ma­tisch über die Zeit. Wer eine grö­ßere Summe frei hat, kann sie auf ein­mal anle­gen oder in Schrit­ten inves­tie­ren, wenn ihm das ruhi­ger erscheint.

Die Infla­tion senkt die Kauf­kraft Ihres Gel­des, auch wenn der Kon­to­stand gleich bleibt. Liegt die Ver­zin­sung unter der Teue­rungs­rate, ver­lie­ren Sie real an Ver­mö­gen, ohne es auf dem Aus­zug zu sehen. Des­halb ist auch schein­bar siche­res Geld nicht risi­ko­frei, und für lang­fris­tige Ziele zählt vor allem der Ertrag nach Infla­tion.

Ein ruhi­ger Blick in grö­ße­ren Abstän­den genügt in der Regel. Prü­fen Sie dann, ob Ziel, Zeit­ho­ri­zont und Auf­tei­lung noch zu Ihrer Lebens­si­tua­tion pas­sen und ob sich die Gewich­tung stark ver­scho­ben hat. Häu­fi­ges Nach­se­hen ver­lei­tet dage­gen zu Reak­tio­nen auf kurz­fris­tige Schwan­kun­gen, die den lang­fris­ti­gen Ertrag eher schmä­lern als ver­bes­sern.

GH Gunther Hemmann
Gun­ther Hem­mann

Gun­ther denkt Geld­an­lage vom Ziel her, nicht vom Pro­dukt. Die­sen Über­blick hat er geschrie­ben, weil die meis­ten mit dem hei­ßen Tipp oder dem rich­ti­gen Zeit­punkt star­ten. Er ord­net zuerst Ren­dite, Risiko und Kos­ten, bevor es um Ver­träge geht.

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