Sichere Geld­an­lage: was wirk­lich sicher ist

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Sparschwein und Münzen als Symbol für sichere Geldanlage
Sicher heißt oft: die Infla­tion frisst still mit.

Sicher­heit ist bei der Geld­an­lage das meist­ge­nannte Ziel, und das am häu­figs­ten miss­ver­stan­dene. Wirk­lich sicher ist wenig, und was als sicher gilt, hat einen Preis. Ein nüch­ter­ner Blick hilft, echte Sicher­heit von Schein-Sicher­heit zu unter­schei­den.

Was “sicher” bei Geld­an­lage bedeu­tet

Sicher heißt: Ihr ein­ge­zahl­tes Kapi­tal bleibt nomi­nal erhal­ten und ist ver­füg­bar. Das trifft auf Tages­geld und Fest­geld bei Ban­ken inner­halb der Ein­la­gen­si­che­rung zu. Diese Anla­gen schwan­ken nicht und sind plan­bar. Der Preis dafür ist eine nied­rige Ver­zin­sung, die sel­ten mehr als die Infla­tion aus­gleicht.

Die unsicht­bare Gefahr: Infla­tion

Nomi­nale Sicher­heit schützt nicht vor Kauf­kraft­ver­lust. Liegt die Infla­tion über dem Zins Ihrer siche­ren Anlage, ver­lie­ren Sie real Geld, auch wenn der Kon­to­stand gleich bleibt. Genau das ist das stille Risiko sehr siche­rer Anla­gen: Sie füh­len sich sicher an, wäh­rend die Kauf­kraft lang­sam schwin­det. Über viele Jahre ist die­ser Effekt erheb­lich.

Ein­la­gen­si­che­rung: bis 100.000 Euro

Gut­ha­ben auf Giro-, Tages- und Fest­geld­kon­ten sind in der EU je Bank und Kunde bis 100.000 Euro gesetz­lich abge­si­chert. Wer grö­ßere Sum­men sicher par­ken will, ver­teilt sie auf meh­rere Insti­tute oder nutzt gezielt Ban­ken mit soli­der Ein­la­gen­si­che­rung. Auf die Absi­che­rung und den Sitz der Bank lohnt der Blick, bevor der beste Zins entscheidet.

Sicher­heit hat einen Preis

Je siche­rer und ver­füg­ba­rer eine Anlage, desto nied­ri­ger die Ren­dite. Das ist keine Mei­nung, son­dern ein Grund­ge­setz der Geld­an­lage. Wer aus­schließ­lich sicher anlegt, akzep­tiert real oft eine Null­ren­dite oder ein Minus. Für kurz­fris­tig gebrauch­tes Geld ist das rich­tig. Für lang­fris­tige Ziele ist reine Sicher­heit teuer erkauft.

Sicher heißt nicht gleich rich­tig

Die pas­sende Mischung hängt vom Zeit­ho­ri­zont ab: kurz­fris­tig sicher und ver­füg­bar, lang­fris­tig breit gestreut mit Ren­di­te­chance, etwa über ETF. Einen Über­blick über alle Anla­ge­klas­sen gibt der Rat­ge­ber zur Geld­an­lage.

Das rät Ihnen Gun­ther

Hal­ten Sie so viel sicher und ver­füg­bar, wie Sie kurz­fris­tig brau­chen, und nicht mehr. Für den Rest gilt: Sicher­heit gegen Kauf­kraft­ver­lust ent­steht erst durch Streu­ung und Zeit, nicht durch Still­stand. Wir ord­nen gern ein, was zu Ihrer Situa­tion passt, unter Ver­mö­gen und Anlage.

Häu­fige Fra­gen

Wert­pa­piere im Depot blei­ben Ihr Eigen­tum. Sie zäh­len nicht zur Insol­venz­masse der Bank, son­dern wer­den auf ein Depot bei einem ande­ren Insti­tut über­tra­gen. Die Ein­la­gen­si­che­rung greift dage­gen für Gut­ha­ben auf Kon­ten. Das Kurs­ri­siko der Papiere bleibt davon unbe­rührt, geschützt ist allein die Ver­wah­rung, nicht der Wert.

Das hängt davon ab, wann Sie das Geld brau­chen. Tages­geld bleibt jeder­zeit ver­füg­bar, dafür kann sich der Zins jeder­zeit ändern. Fest­geld bin­det die Summe für eine feste Lauf­zeit und sichert den Zins für diese Zeit zu. Für kurz­fris­tig benö­tig­tes Geld zählt Ver­füg­bar­keit, für fest ver­plante Beträge mit bekann­tem Ter­min kann die Bin­dung pas­sen.

Gold gilt als wert­be­stän­dig, ist aber nicht schwan­kungs­frei. Der Preis bewegt sich teils deut­lich, Zin­sen oder Aus­schüt­tun­gen gibt es nicht, und ein Ertrag ent­steht allein über den Ver­kaufs­preis. Als Bei­mi­schung kann Gold ein Ver­mö­gen aus­ba­lan­cie­ren, als Ersatz für jeder­zeit ver­füg­bare Rück­la­gen taugt es nicht. Plan­bar ist Gold also nicht.

Ja, Zins­er­träge unter­lie­gen der Abgel­tung­s­teuer, die inlän­di­sche Ban­ken in der Regel direkt ein­be­hal­ten und abfüh­ren. Bis zur Höhe des Spa­rer­pausch­be­trags blei­ben Erträge steu­er­frei, dafür müs­sen Sie Ihrer Bank einen Frei­stel­lungs­auf­trag ertei­len. Ohne die­sen Auf­trag wird auch auf kleine Beträge Steuer abge­zo­gen, die Sie sich erst über die Steu­er­erklä­rung zurück­ho­len.

GH Gunther Hemmann
Gun­ther Hem­mann

Gun­ther unter­schei­det echte Sicher­heit von dem, was nur sicher wirkt. Die­sen Bei­trag hat er geschrie­ben, weil Tages­geld und Fest­geld gegen die Infla­tion oft ver­lie­ren. Er zeigt ehr­lich, was Sicher­heit bei der Geld­an­lage tat­säch­lich kos­tet.

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