Selbst­stän­dig: Was zuerst wich­tig ist

6 Min. Lese­zeit
Lächelnder Selbstständiger sitzt in der Stadt
Zuerst absi­chern, was die Exis­tenz trägt.

Wer sich selbst­stän­dig macht, bekommt schnell Post von Ver­si­che­rern, und ver­liert dabei leicht den Blick für die Rei­hen­folge. Denn nicht alle Entscheidungen sind gleich wich­tig, und eine davon lässt sich spä­ter kaum kor­ri­gie­ren. Hier ist die Rei­hen­folge, die trägt. Die aus­führ­li­che Fas­sung: Gewerbe und Selbst­stän­dige.

Ob Grün­dung in der wach­sen­den Leip­zi­ger Szene, Hand­werk und Han­del im Umland oder ein Betrieb im Che­mie- und Indus­trie­raum Bit­ter­feld-Wol­fen: Die Rei­hen­folge unten gilt unab­hän­gig von der Bran­che. Wir beglei­ten Grün­de­rin­nen und Grün­der per­sön­lich, an unse­ren Stand­or­ten Leip­zig und Bit­ter­feld-Wol­fen oder per Video im gesam­ten mit­tel­deut­schen Raum.

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Kran­ken­ver­si­che­rung, die Wei­chen­stel­lung

Selbst­stän­dige wäh­len frei zwi­schen frei­wil­li­ger gesetz­li­cher (GKVKran­ken­ver­si­che­rung mit ein­kom­mens­ab­hän­gi­gem Bei­trag und bei­trags­freier Fami­li­en­ver­si­che­rung. Stan­dard­weg für die meis­ten Arbeit­neh­mer.) und pri­va­ter Kran­ken­ver­si­che­rung (PKVVoll­ver­si­che­rung als Alter­na­tive zur gesetz­li­chen Kasse. Der Bei­trag rich­tet sich nach Alter, Gesund­heit und Tarif; die Entscheidung ist spä­ter nur schwer rück­gän­gig zu machen.). Diese Wahl ist die fol­gen­reichste des gan­zen Starts: Die GKV rech­net pro­zen­tual vom Ein­kom­men und ver­si­chert Kin­der bei­trags­frei mit; die PKV kal­ku­liert nach Alter und Gesund­heit beim Ein­tritt. Güns­tig für junge Gesunde, aber jeder Kopf zahlt ein­zeln, und der Weg zurück in die GKV ist spä­ter stark ein­ge­schränkt. Entscheiden Sie das nie am Ein­stiegs­bei­trag, son­dern an einer Rech­nung über Jahr­zehnte.

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Haf­tung, exis­tenz­be­dro­hend geht vor ärger­lich

Ein Per­so­nen­scha­den oder ein teu­rer beruf­li­cher Feh­ler kann die Exis­tenz been­den, bevor sie trägt. Die Betriebs- bzw. Berufs­haft­pflicht gehört des­halb an den Anfang; in man­chen Beru­fen ist sie Zulas­sungs­vor­aus­set­zung. Bera­tende und pla­nende Berufe brau­chen zusätz­lich die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht.

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Ein­kom­men schüt­zen, es gibt keine Lohn­fort­zah­lung

Krank­heit trifft Selbst­stän­dige dop­pelt: Kos­ten lau­fen, Ein­nah­men stop­pen. Zwei Bau­steine fan­gen das ab: Kran­ken­ta­ge­geld für vor­über­ge­hende Aus­fälle (Karenz­zeitWar­te­zeit, nach der eine Leis­tung frü­hes­tens gezahlt wird, etwa beim Kran­ken­ta­ge­geld. Eine län­gere Karenz­zeit senkt den Bei­trag. an die Rück­la­gen anpas­sen) und Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung für den Dau­er­fall. Warum daran kein Weg vor­bei­führt, zei­gen die häu­figs­ten BU-Miss­ver­ständ­nisse. Beide wer­den mit jedem Lebens­jahr teu­rer.

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Rück­la­gen vor Sach­ver­si­che­run­gen

Drei Monats­aus­ga­ben auf einem sepa­ra­ten Konto schla­gen jede Inhalts­ver­si­che­rung. Erst wenn Liqui­di­täts­puf­fer und die Schritte 1-3 ste­hen, lohnt der Blick auf Betriebs­in­halt, Elek­tro­nik, Cyber oder Ertrags­aus­fall, je nach Geschäfts­mo­dell sehr unter­schied­lich sinn­voll.

Was bewusst spä­ter kommt: Alters­vor­sorge

Nicht, weil sie unwich­tig wäre, son­dern weil sie ohne sta­bile Basis beim ers­ten Auf­trags­tief gekün­digt wird. Sobald die Ein­nah­men tra­gen, gehört sie fest in den Plan; Selbst­stän­dige sind meist nicht gesetz­lich pflicht­ver­si­chert, hier pas­siert nichts von allein.

Das rät Ihnen Edu­ard

Kran­ken­ver­si­che­rung bewusst entscheiden, Haf­tung schlie­ßen, Ein­kom­men schüt­zen, Rück­la­gen auf­bauen, in die­ser Rei­hen­folge. Am wirk­sams­ten ist das Gespräch vor den ers­ten Abschlüs­sen: Erstgespräch ver­ein­ba­ren.

Häu­fige Fra­gen

Pflicht ist in Deutsch­land vor allem die Kran­ken­ver­si­che­rung, ob gesetz­lich oder pri­vat. Hinzu kom­men berufs­spe­zi­fi­sche Vor­ga­ben: Einige Kam­mer­be­rufe dür­fen ihre Tätig­keit erst mit einer Berufs­haft­pflicht auf­neh­men, und wer Ange­stellte oder Fahr­zeuge hat, unter­liegt wei­te­ren Pflich­ten. Alles andere ist frei­wil­lig, was aber nicht bedeu­tet, dass es ver­zicht­bar wäre.

Das hängt davon ab, ob der Ver­trag betrieb­lich oder pri­vat ver­an­lasst ist. Betrieb­li­che Poli­cen wie die Betriebs­haft­pflicht gel­ten in der Regel als Betriebs­aus­gabe, pri­vate Absi­che­run­gen wer­den dage­gen als Son­der­aus­ga­benSteu­er­lich absetz­bare pri­vate Aus­ga­ben, dar­un­ter bestimmte Vor­sor­ge­bei­träge wie die zur Rürup-Rente. Sie min­dern das zu ver­steu­ernde Ein­kom­men. oder gar nicht berück­sich­tigt. Weil die Abgren­zung im Ein­zel­fall kniff­lig ist, klä­ren Sie das am bes­ten mit Ihrer Steu­er­be­ra­tung.

Solange die Anstel­lung Ihre Haupt­be­schäf­ti­gung bleibt, lau­fen Kran­ken­ver­si­che­rung und Ein­kom­mens­schutz meist über den Arbeit­ge­ber wei­ter. Wich­tig ist die Haf­tung: Beruf­li­che Feh­ler und Per­so­nen­schä­den aus der Neben­tä­tig­keit deckt Ihre pri­vate Haft­pflicht nicht ab. Prü­fen Sie außer­dem, ob bestehende Ver­träge die selbst­stän­dige Tätig­keit über­haupt ein­schlie­ßen.

Die Rei­hen­folge ist gleich, die Schwer­punkte unter­schei­den sich. Frei­be­ruf­ler haf­ten vor allem für Bera­tungs- und Pla­nungs­feh­ler, wes­halb die Ver­mö­gens­scha­den­haft­pflicht im Vor­der­grund steht, teils schreibt die Kam­mer sie sogar vor. Wer mit Waren, Werk­statt oder Laden­flä­che arbei­tet, muss zusätz­lich Sach­werte und Publi­kums­ver­kehr absi­chern. Der Bedarf folgt dem Geschäfts­mo­dell, nicht der Rechts­form.

EM Eduard Missale
Edu­ard Mis­sale

Edu­ard beglei­tet Selbst­stän­dige vom ers­ten Tag an. Die Rei­hen­folge in die­sem Bei­trag stammt aus vie­len Grün­dungs­ge­sprä­chen. Er hat sie auf­ge­schrie­ben, damit Sie Ihr Geld zuerst dort ein­set­zen, wo es wirk­lich zählt.

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