Selbstständig: Was zuerst wichtig ist
Wer sich selbstständig macht, bekommt schnell Post von Versicherern, und verliert dabei leicht den Blick für die Reihenfolge. Denn nicht alle Entscheidungen sind gleich wichtig, und eine davon lässt sich später kaum korrigieren. Hier ist die Reihenfolge, die trägt. Die ausführliche Fassung: Gewerbe und Selbstständige.
Ob Gründung in der wachsenden Leipziger Szene, Handwerk und Handel im Umland oder ein Betrieb im Chemie- und Industrieraum Bitterfeld-Wolfen: Die Reihenfolge unten gilt unabhängig von der Branche. Wir begleiten Gründerinnen und Gründer persönlich, an unseren Standorten Leipzig und Bitterfeld-Wolfen oder per Video im gesamten mitteldeutschen Raum.
Krankenversicherung, die Weichenstellung
Selbstständige wählen frei zwischen freiwilliger gesetzlicher (GKVKrankenversicherung mit einkommensabhängigem Beitrag und beitragsfreier Familienversicherung. Standardweg für die meisten Arbeitnehmer.) und privater Krankenversicherung (PKVVollversicherung als Alternative zur gesetzlichen Kasse. Der Beitrag richtet sich nach Alter, Gesundheit und Tarif; die Entscheidung ist später nur schwer rückgängig zu machen.). Diese Wahl ist die folgenreichste des ganzen Starts: Die GKV rechnet prozentual vom Einkommen und versichert Kinder beitragsfrei mit; die PKV kalkuliert nach Alter und Gesundheit beim Eintritt. Günstig für junge Gesunde, aber jeder Kopf zahlt einzeln, und der Weg zurück in die GKV ist später stark eingeschränkt. Entscheiden Sie das nie am Einstiegsbeitrag, sondern an einer Rechnung über Jahrzehnte.
Haftung, existenzbedrohend geht vor ärgerlich
Ein Personenschaden oder ein teurer beruflicher Fehler kann die Existenz beenden, bevor sie trägt. Die Betriebs- bzw. Berufshaftpflicht gehört deshalb an den Anfang; in manchen Berufen ist sie Zulassungsvoraussetzung. Beratende und planende Berufe brauchen zusätzlich die Vermögensschadenhaftpflicht.
Einkommen schützen, es gibt keine Lohnfortzahlung
Krankheit trifft Selbstständige doppelt: Kosten laufen, Einnahmen stoppen. Zwei Bausteine fangen das ab: Krankentagegeld für vorübergehende Ausfälle (KarenzzeitWartezeit, nach der eine Leistung frühestens gezahlt wird, etwa beim Krankentagegeld. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag. an die Rücklagen anpassen) und Berufsunfähigkeitsversicherung für den Dauerfall. Warum daran kein Weg vorbeiführt, zeigen die häufigsten BU-Missverständnisse. Beide werden mit jedem Lebensjahr teurer.
Rücklagen vor Sachversicherungen
Drei Monatsausgaben auf einem separaten Konto schlagen jede Inhaltsversicherung. Erst wenn Liquiditätspuffer und die Schritte 1-3 stehen, lohnt der Blick auf Betriebsinhalt, Elektronik, Cyber oder Ertragsausfall, je nach Geschäftsmodell sehr unterschiedlich sinnvoll.
Was bewusst später kommt: Altersvorsorge
Nicht, weil sie unwichtig wäre, sondern weil sie ohne stabile Basis beim ersten Auftragstief gekündigt wird. Sobald die Einnahmen tragen, gehört sie fest in den Plan; Selbstständige sind meist nicht gesetzlich pflichtversichert, hier passiert nichts von allein.
Das rät Ihnen Eduard
Krankenversicherung bewusst entscheiden, Haftung schließen, Einkommen schützen, Rücklagen aufbauen, in dieser Reihenfolge. Am wirksamsten ist das Gespräch vor den ersten Abschlüssen: Erstgespräch vereinbaren.
Häufige Fragen
Pflicht ist in Deutschland vor allem die Krankenversicherung, ob gesetzlich oder privat. Hinzu kommen berufsspezifische Vorgaben: Einige Kammerberufe dürfen ihre Tätigkeit erst mit einer Berufshaftpflicht aufnehmen, und wer Angestellte oder Fahrzeuge hat, unterliegt weiteren Pflichten. Alles andere ist freiwillig, was aber nicht bedeutet, dass es verzichtbar wäre.
Das hängt davon ab, ob der Vertrag betrieblich oder privat veranlasst ist. Betriebliche Policen wie die Betriebshaftpflicht gelten in der Regel als Betriebsausgabe, private Absicherungen werden dagegen als SonderausgabenSteuerlich absetzbare private Ausgaben, darunter bestimmte Vorsorgebeiträge wie die zur Rürup-Rente. Sie mindern das zu versteuernde Einkommen. oder gar nicht berücksichtigt. Weil die Abgrenzung im Einzelfall knifflig ist, klären Sie das am besten mit Ihrer Steuerberatung.
Solange die Anstellung Ihre Hauptbeschäftigung bleibt, laufen Krankenversicherung und Einkommensschutz meist über den Arbeitgeber weiter. Wichtig ist die Haftung: Berufliche Fehler und Personenschäden aus der Nebentätigkeit deckt Ihre private Haftpflicht nicht ab. Prüfen Sie außerdem, ob bestehende Verträge die selbstständige Tätigkeit überhaupt einschließen.
Die Reihenfolge ist gleich, die Schwerpunkte unterscheiden sich. Freiberufler haften vor allem für Beratungs- und Planungsfehler, weshalb die Vermögensschadenhaftpflicht im Vordergrund steht, teils schreibt die Kammer sie sogar vor. Wer mit Waren, Werkstatt oder Ladenfläche arbeitet, muss zusätzlich Sachwerte und Publikumsverkehr absichern. Der Bedarf folgt dem Geschäftsmodell, nicht der Rechtsform.
30 Minuten reichen für den Anfang. Vor Ort, telefonisch oder per Video. Sie wählen.