Rei­se­ver­si­che­rung: wel­che Bau­steine sich loh­nen

6 Min. Lese­zeit
Finanzhaus: Grafik zum Thema Reiseversicherung
Den Rück­trans­port zahlt die gesetz­li­che Kasse in kei­nem Fall.

Rei­se­ver­si­che­rung ist kein ein­zel­nes Pro­dukt, son­dern ein Bün­del aus vier Bau­stei­nen, die unter­schied­lich wich­tig sind. Einer davon gehört auf jede Reise, zwei loh­nen sich situa­tiv, einer ist für die meis­ten ver­zicht­bar. Die­ser Bei­trag sor­tiert sie nach Not­wen­dig­keit. Die Ein­ord­nung mit Bera­tung und Abschluss: Rei­se­ver­si­che­rung.

Der Bau­stein, der wirk­lich zählt

Die Aus­lands­kran­ken­ver­si­che­rung ist der Kern und für den Preis der ein­zige, über den es kaum zu dis­ku­tie­ren gibt. Zwei Lücken schließt sie: Inner­halb der EU und in Abkom­mens­staa­ten leis­tet die gesetz­li­che Kasse über die Ver­si­cher­ten­karte nur so viel, wie einem Kas­sen­pa­ti­en­ten des Urlaubs­lan­des zusteht. Dort übli­che Selbst­be­halte und pri­vat abge­rech­nete Behand­lun­gen blei­ben an Ihnen hän­gen. Außer­halb die­ser Staa­ten zahlt sie in aller Regel über­haupt nichts.

Die zweite Lücke ist die teu­rere: Den Rück­trans­port nach Deutsch­land über­nimmt die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rungKran­ken­ver­si­che­rung mit ein­kom­mens­ab­hän­gi­gem Bei­trag und bei­trags­freier Fami­li­en­ver­si­che­rung. Stan­dard­weg für die meis­ten Arbeit­neh­mer. nicht, auch nicht inner­halb Euro­pas. Ein Ambu­lanz­flug aus Über­see kos­tet leicht mehr als ein Klein­wa­gen. Ach­ten Sie des­halb auf die For­mu­lie­rung im Ver­trag: Gute Tarife über­neh­men den medi­zi­nisch sinn­vol­len Rück­trans­port, schwä­chere nur den medi­zi­nisch not­wen­di­gen - das ist die engere Bedin­gung und wird im Ernst­fall gegen Sie aus­ge­legt.

Was die Kre­dit­karte abdeckt, und was nicht

Viele Kar­ten haben einen Rei­se­schutz ein­ge­baut, aber sel­ten bedin­gungs­los. Typisch sind drei Ein­schrän­kun­gen: Der Schutz greift nur, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde, er endet nach einer fes­ten Rei­se­dauer, und der Rück­trans­port ist aus­ge­schlos­sen oder gede­ckelt. Kommt eine Fami­lie mit, ist oft nur der Kar­ten­in­ha­ber ver­si­chert. Prü­fen lässt sich das in weni­gen Minu­ten anhand der Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen der Karte, und diese Minu­ten loh­nen sich, bevor Sie dop­pelt zah­len.

Rei­se­rü­ck­tritt und Rei­se­ab­bruch

Die Rei­se­rü­ck­tritts­ver­si­che­rung über­nimmt Stor­no­kos­ten, wenn Sie eine Reise aus einem ver­si­cher­ten Grund nicht antre­ten kön­nen, typi­scher­weise wegen einer uner­war­te­ten Erkran­kung. Sie rech­net sich dort, wo der Ver­lust weh­tut: bei früh gebuch­ten, teu­ren oder schwer stor­nier­ba­ren Rei­sen. Für ein Wochen­ende mit fle­xi­bler Buchung ist sie meist über­flüs­sig.

Zwei Punkte entscheiden über die Leis­tung. Ers­tens der Abschluss­zeit­punkt: Wer nicht kurz nach der Buchung abschließt, hat je nach Tarif eine War­te­zeit. Zwei­tens der Grund: Rei­se­war­nun­gen, Unlust oder abseh­bare Ereig­nisse sind nicht ver­si­chert, ebenso wenig Beschwer­den, die bei Abschluss bereits bekannt oder in Behand­lung waren. Viele Tarife behal­ten zusätz­lich einen Anteil der Stor­no­kos­ten ein. Die Rei­se­ab­bruch­ver­si­che­rung ist der Gegen­part und greift, wenn Sie eine begon­nene Reise abbre­chen müs­sen; sie steckt häu­fig im sel­ben Paket.

Rei­se­ge­päck: meist ver­zicht­bar

Der Gepäck­schutz ist der schwächste Bau­stein. Bei Flug- und Bahn­rei­sen haf­tet zunächst der Beför­de­rer, für Gepäck außer­halb der Woh­nung greift oft schon die Außen­ver­si­che­rung Ihrer Haus­rat­ver­si­che­rung. Was bleibt, ist stark ein­ge­schränkt: Wert­sa­chen sind gede­ckelt, unbe­auf­sich­tig­tes Gepäck ist meist aus­ge­schlos­sen, und Schä­den müs­sen belegt wer­den. Wer keine teure Aus­rüs­tung mit­führt, kann sich die­sen Bau­stein in der Regel spa­ren.

Ein­zel­ver­trag oder Jah­res­po­lice

Ab der zwei­ten oder drit­ten Reise im Jahr ist die Jah­res­po­lice fast immer die güns­ti­gere Rech­nung, für Fami­lien häu­fig deut­lich. Sie deckt belie­big viele Rei­sen, aber jede nur bis zu einer ver­trag­lich fest­ge­leg­ten Höchst­dauer. Wer ein­mal im Jahr für meh­rere Monate ver­reist, fällt genau dort her­aus und braucht einen eige­nen Ver­trag. Prü­fen Sie also nicht die Anzahl der Rei­sen allein, son­dern die längste geplante Reise.

Das rät Ihnen Sven

Aus­lands­kran­ken abschlie­ßen, am bes­ten als Jah­res­po­lice, und dabei auf Rück­trans­port und Fami­li­en­schutz ach­ten. Rück­tritt nur für die teure Reise, Gepäck fast nie. Was Ihre Kre­dit­karte bereits leis­tet, sehen wir uns gern vorab an, damit Sie nicht dop­pelt zah­len: per­sön­lich an unse­ren Stand­or­ten Bit­ter­feld-Wol­fen und Leip­zig oder per Video, Bera­tung star­ten.

Häu­fige Fra­gen

Ja. Inner­halb der EU und in Abkom­mens­staa­ten über­nimmt die gesetz­li­che Kasse über die Ver­si­cher­ten­karte nur das, was einem dor­ti­gen Kas­sen­pa­ti­en­ten zusteht, samt Selbst­be­hal­ten des jewei­li­gen Lan­des. Außer­halb die­ser Staa­ten zahlt sie in der Regel gar nichts. Und den medi­zi­nisch sinn­vol­len Rück­trans­port nach Deutsch­land trägt sie in kei­nem Fall.

Manch­mal, aber nur unter Bedin­gun­gen. Viele Kar­ten­ta­rife grei­fen nur, wenn die Reise ganz oder über­wie­gend mit der Karte bezahlt wurde, gel­ten bis zu einer fes­ten Rei­se­dauer und schlie­ßen den Rück­trans­port teils aus oder begren­zen ihn. Ein Blick in die Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen der Karte klärt das schnel­ler als jede Faust­re­gel.

Meist ab der zwei­ten oder drit­ten Reise im Jahr, weil die Jah­res­po­lice belie­big viele Rei­sen abdeckt und für Fami­lien oft nur wenig mehr kos­tet als für eine Per­son. Wich­tig ist die maxi­male Dauer je Reise: Wer län­ger am Stück unter­wegs ist, fällt aus dem Schutz und braucht eine Ver­län­ge­rung oder einen eige­nen Ver­trag.

Wenn kein ver­si­cher­ter Grund vor­liegt. Angst vor einer Krise, eine Rei­se­war­nung oder eine kurz­fris­tige Ter­min­kol­li­sion rei­chen in der Regel nicht. Auch abseh­bare Ereig­nisse und Beschwer­den, die bei Abschluss schon bekannt oder in Behand­lung waren, sind übli­cher­weise aus­ge­schlos­sen. Hinzu kommt bei vie­len Tari­fen ein Selbst­be­haltBetrag, den Sie im Scha­den­fall selbst tra­gen. Eine höhere Selbst­be­tei­li­gung senkt meist den Bei­trag. am Stor­no­be­trag.

SD Sven Doberitzsch
Sven Dobe­ritzsch

Direk­tor Mar­ke­ting und Ver­triebs­or­ga­ni­sa­tion, Experte für Ver­si­che­run­gen.

Mehr über Sven
Las­sen Sie uns gemein­sam prü­fen, wo Sie ste­hen.

30 Minu­ten rei­chen für den Anfang. Vor Ort, tele­fo­nisch oder per Video. Sie wäh­len.