Pri­vate Unfall­ver­si­che­rung: sinn­voll?

5 Min. Lese­zeit
Mann telefoniert nach einem Autounfall um Hilfe
Greift nur bei Unfall, nicht bei Krank­heit.

Die pri­vate Unfall­ver­si­che­rung wird oft als Grund­ab­si­che­rung ver­kauft, und ebenso oft an der fal­schen Stelle abge­schlos­sen. Sie kann sinn­voll sein, ersetzt aber nicht das, was die meis­ten wirk­lich brau­chen. Die­ser Bei­trag ord­net ein, wann sie sich lohnt. Wie sie in die Rang­folge Ihrer Ver­träge passt, zeigt unsere Seite zur Ver­si­che­rung und Absi­che­rung.

Was die Unfall­ver­si­che­rung leis­tet

Sie zahlt, wenn ein Unfall zu einer blei­ben­den kör­per­li­chen Beein­träch­ti­gung führt. Meist als Ein­mal­ka­pi­tal, des­sen Höhe sich aus der Ver­si­che­rungs­summe und dem Grad der Inva­li­di­tät (der soge­nann­ten Glie­dertaxeTabelle in der Unfall­ver­si­che­rung, die jedem Kör­per­teil einen fes­ten Inva­li­di­täts­grad zuord­net. Sie bestimmt die Höhe der Leis­tung.) ergibt. Das Geld hilft, die Woh­nung bar­rie­re­frei umzu­bauen, das Auto anzu­pas­sen oder einen Ein­kom­mens­aus­fall zu über­brü­cken. Man­che Tarife bie­ten zusätz­lich eine Unfall­rente.

Die ent­schei­dende Lücke

Der häu­figste und teu­erste Denk­feh­ler: Die Unfall­ver­si­che­rungZahlt bei blei­ben­den kör­per­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen nach einem Unfall. Sinn­volle Ergän­zung, aber kein Ersatz für die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. als Ersatz für die Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu betrach­ten. Das ist sie nicht. Sie leis­tet aus­schließ­lich bei Unfäl­len. Doch die große Mehr­heit aller Berufs­un­fä­hig­kei­ten hat keine Unfall­ur­sa­che, son­dern ent­steht durch Krank­hei­ten wie psy­chi­sche Lei­den, Erkran­kun­gen des Ske­letts oder des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems. Wer nur unfall­ver­si­chert ist, hat für den wahr­schein­lichs­ten Fall kei­nen Schutz.

Für wen sie sich wirk­lich lohnt

Sinn­voll ist die Unfall­ver­si­che­rung als Ergän­zung, nicht als Fun­da­ment, und für Men­schen, die keine oder nur eine teure Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungZahlt eine monat­li­che Rente, wenn Sie Ihren zuletzt aus­ge­üb­ten Beruf aus gesund­heit­li­chen Grün­den dau­er­haft nicht mehr aus­üben kön­nen. Sichert damit das Ein­kom­men ab, nicht die Arbeits­kraft im enge­ren Sinn. bekom­men. Dazu zäh­len Kin­der (die noch keine BU haben), Men­schen in kör­per­lich ris­kan­ten Hob­bys oder Beru­fen und Ältere, für die eine BU kaum noch bezahl­bar ist. Auch für Per­so­nen mit Vor­er­kran­kun­gen, die bei der BU abge­lehnt wer­den, kann sie eine Teil­ab­si­che­rung sein.

Wor­auf Sie beim Tarif ach­ten soll­ten

Wich­ti­ger als die nomi­nale Ver­si­che­rungs­summe ist die Pro­gres­sionRegel in der Unfall­ver­si­che­rung, die die Leis­tung bei schwe­ren Beein­träch­ti­gun­gen über­pro­por­tio­nal erhöht. Wich­ti­ger als eine hohe Grund­summe.. Sie erhöht die Leis­tung bei schwe­ren Inva­li­di­täts­gra­den über­pro­por­tio­nal, wo der Bedarf am größ­ten ist. Ach­ten Sie außer­dem auf eine faire Glie­dertaxe, den Ver­zicht auf lange War­te­fris­ten und klare Rege­lun­gen bei Mit­wir­kung von Vor­er­kran­kun­gen. Zusatz­bau­steine wie Ber­gungs­kos­ten oder kos­me­ti­sche Ope­ra­tio­nen sind nett, aber sel­ten ent­schei­dend.

Das rät Ihnen Jens

Die pri­vate Unfall­ver­si­che­rung ist eine sinn­volle Ergän­zung für bestimmte Grup­pen, vor allem für Kin­der und für alle, die keine bezahl­bare Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung bekom­men. Als Basis­schutz für Berufs­tä­tige ist und bleibt die BU die erste Wahl. Ob und in wel­cher Rei­hen­folge bei­des für Sie sinn­voll ist, prü­fen wir im kos­ten­lo­sen Erstgespräch, per­sön­lich an unse­ren Stand­or­ten Bit­ter­feld-Wol­fen und Leip­zig oder per Video: Bera­tung star­ten.

Häu­fige Fra­gen

Nur ein­ge­schränkt. Die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung greift bei Arbeits­un­fäl­len, auf dem direk­ten Weg zur Arbeit und bei Berufs­krank­hei­ten. Unfälle in der Frei­zeit, im Haus­halt oder beim Sport sind nicht erfasst, und gerade dort ereig­nen sich viele Unfälle. Ein pri­va­ter Ver­trag wirkt dage­gen rund um die Uhr, unab­hän­gig davon, wo der Unfall pas­siert.

Wenn kein Unfall im Sinne der Bedin­gun­gen vor­liegt, also kein plötz­lich von außen ein­wir­ken­des Ereig­nis. Krank­heits­be­dingte Beschwer­den und Ver­schleiß fal­len des­halb her­aus. Je nach Tarif sind zudem Unfälle unter Alko­hol­ein­fluss, bei bestimm­ten Risi­ko­sport­ar­ten oder mit Vor­satz aus­ge­schlos­sen. Bleibt keine dau­er­hafte Beein­träch­ti­gung zurück, ent­steht eben­falls kein Anspruch auf die Inva­li­di­täts­leis­tung.

So früh wie mög­lich, denn die Bedin­gun­gen sehen feste Fris­ten vor. Eine blei­bende Beein­träch­ti­gung muss inner­halb der ver­trag­lich gere­gel­ten Frist ärzt­lich fest­ge­stellt und beim Ver­si­che­rer gel­tend gemacht wer­den. Wird das ver­säumt, kann die Leis­tung ent­fal­len. Mel­den Sie des­halb jeden Unfall mit mög­li­chen Dau­er­fol­gen sofort und las­sen Sie Befunde schrift­lich doku­men­tie­ren.

In der Regel ja, der Schutz gilt welt­weit und rund um die Uhr. Prü­fen soll­ten Sie den­noch die Bedin­gun­gen: Man­che Tarife begren­zen län­gere Aus­lands­auf­ent­halte, neh­men ein­zelne Regio­nen aus oder behan­deln Ber­gungs- und Rück­trans­port­kos­ten unter­schied­lich. Wer häu­fig oder lange im Aus­land ist, klärt diese Punkte vor dem Abschluss.

JS Jens Stölzel
Jens Stöl­zel

Jens sor­tiert als freier Mak­lerVer­mitt­ler, der gesetz­lich als Sach­wal­ter des Kun­den auf­tritt und aus dem Ange­bot vie­ler Gesell­schaf­ten aus­wählt. Anders als eine Aus­schließ­lich­keits­ver­tre­tung ist er nicht an einen Ver­si­che­rer gebun­den. täg­lich Ver­si­che­rungs­be­stände. Die­sen Bei­trag hat er geschrie­ben, weil die Unfall­ver­si­che­rung oft als Ersatz für die Berufs­un­fä­hig­keit ver­kauft wird. Er erklärt, was sie wirk­lich leis­tet und für wen sie taugt.

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